Ein Tag im Zeichen der Aufwertung der ländlichen Kulturlandschaft

18.09.2026, 09:50

Am europäischen Tag des Denkmals (27. September) ist restauriertes architektonisches und künstlerisches Kulturgut zugänglich – Tagung am 25. September befasst sich mit ländlicher Kulturlandschaft

Am 27. September kann unter anderem die Kapelle am Oberhof in Geiselsberg/Olang besichtigt werden. (Foto: Landesdenkmalamt/Manuela Tessaro)
Am 27. September kann unter anderem die Kapelle am Oberhof in Geiselsberg/Olang besichtigt werden. (Foto: Landesdenkmalamt/Manuela Tessaro)

BOZEN (LPA). Südtirol kann auf ein umfangreiches Kulturgütererbe verweisen. Als Bau- und Kunstdenkmäler werden dabei nicht nur Zeugnisse der Hochkultur wie Burgen, Ansitze oder Kirchen bezeichnet, sondern auch Bauernhäuser, Mühlen oder andere Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit. Die Restaurierung dieser architektonischen und künstlerischen Güter wurde auch vom Ministerium für Kultur im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilizenplanes (PNRR) gefördert. Berücksichtigt wurden denkmalgeschützte und nicht denkmalgeschützte Objekte, sofern sie sich außerhalb von Ortskernen befanden und einen besonderen Bezug zur Geschichte der ländlichen Bevölkerung, zu traditionellen landwirtschaftlichen Wirtschaftsformen oder zur Entwicklung der Kulturlandschaft aufwiesen. "Wer die ländliche Kulturlandschaft bewahrt, schützt die Spuren unserer Geschichte", unterstreicht der für Denkmalschutz zuständige Landesrat Philipp Achammer. Gerade weil sich unsere Dörfer und Lebensweisen veränderten, brauche es Orte, die von unserer Herkunft erzählen. Ihr Erhalt sei von Wert für die gesamte Gemeinschaft und damit auch eine Aufgabe der öffentlichen Hand. "So halten wir ein Stück Geschichte für kommende Generationen lebendig."

In Südtirol wurden insgesamt 47 Projekte eingereicht, 34 davon wurden in das Programm aufgenommen. Einige Objekte wurden aus unterschiedlichen Gründen nicht weiter verfolgt oder zurückgezogen, sodass 28 Objekte (davon 25 denkmalgeschützt) baulich fertiggestellt wurden, 26 davon sind zum aktuellen Stand abgeschlossen. Die Südtiroler Projekte wurden mit insgesamt 3,47 Millionen Euro an PNRR-Fördermitteln bedacht. "Das Amt für Bau- und Kunstdenkmäler im Landesdenkmalamt war maßgeblich an der Umsetzung des anspruchsvollen Programms beteiligt. Unser Amt übernahm die administrative Abwicklung und fachliche Begleitung. Es ist eine Freude zu sehen, wie sich Berge von Verwaltungsunterlagen und die qualitätvolle Arbeit der Planung, der Restaurierung und des Handwerks  in Schönheit verwandelt haben. Diese können am Tag des Denkmals nun viele Menschen erleben", hält Landeskonservatorin Karin Dalla Torre fest.

Anlässlich des Europäischen Tages des Denkmals, der am Sonntag, 27. September begangen wird, sind die vierzehn Projekte der ländlichen Kulturlandschaft für ein breites Publikum zugänglich. Die Initiative bietet die Möglichkeit, oft nur eingeschränkt zugängliche Kulturgüter zu besichtigen und Einblicke in Denkmalpflege und Restaurierung zu gewinnen. Besichtigt werden können das Denkmal Menz am Ritten, der Stadel Zimmerlehen in Völs, die Kapelle und der Backofen am Oberhof in Geiselsberg/Olang, die Hofkapelle Koflerhof in Olang, der Hof Ciablung in St. Martin in Thurn, der Ansitz Kreuzweg in Eppan, die Friedhofskapelle Kurtatsch, die Mariahilfkapelle in Oberfennberg, der Widum Söll in Tramin, die Trockensteinmauern, ebenfalls in Tramin, der Hof von Schloss Payrsberg in Nals, die Wasserwiere in Tisens, die Kirche St. Ottilia in Laas sowie der Themenweg 8 Kirchen in Taufers im Münstertal. An den vierzehn Orten finden Führungen statt, Detailinformationen dazu finden sich in der Broschüre.

Bereits einige Tage davor befasst sich eine Tagung mit demselben Thema.

Am 25. September

ab 9 Uhr

im Landesdenkmalamt (Ansitz Rottenbuch),

Armando-Diaz-Straße 8 in Bozen

stehen alle 26 Projekte der ländlichen Kulturlandschaft, die mithilfe von PNRR-Geldmitteln restauriert wurden, im Mittelpunkt. Dabei werden der Direktor des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler, Luigi Scolari, PNRR-Projektkoordinatorin Eva Manfredini, die Architektinnen Christa Mair und Margit Weiss sowie der Eigentümer von Ansitz Kreuzweg in Eppan, Felix von Wohlgemuth, unterschiedliche Aspekte zum Thema beleuchten. Grußworte spricht Ressortdirektorin Manuela Defant, Landeskonservatorin Karin Dalla Torre wird ins Thema einleiten. Die Tagung ist für allen Interessierten zugänglich.

ck