Euregio-Lawinenreport beendet außergewöhnliche Wintersaison

30.04.2026, 07:00

Letzte tägliche Lawinenprognose am 3. Mai – Rekord mit über neun Millionen Aufrufen – Außergewöhnlicher Winter: 19 Tage Gefahrenstufe 4, über 500 von Personen ausgelöste Lawinen, 40 Todesopfer

Der vergangene Winter war von sehr vielen Rückmeldungen über ausgelöste Lawinen und Alarmzeichen geprägt. Im Bild eine ausgelöstes Triebschneepaket am Golatsch oberhalb von Prettau im Ahrntal (Südtirol). (Foto: Lawinenwarndienst Südtirol)
Der vergangene Winter war von sehr vielen Rückmeldungen über ausgelöste Lawinen und Alarmzeichen geprägt. Im Bild eine ausgelöstes Triebschneepaket am Golatsch oberhalb von Prettau im Ahrntal (Südtirol). (Foto: Lawinenwarndienst Südtirol)

BOZEN/INNSBRUCK/TRIENT (LPA). Der Euregio-Lawinenreport war auch in diesem Winter eine unverzichtbare Informationsquelle für Wintersportelnde in Tirol, Südtirol und dem Trentino. An 156 Tagen wurde ein Lawinenreport erstellt. Mit rund 9,1 Millionen Aufrufen auf www.lawinen.report in einer Saison erzielte er erneut einen Rekord. Im vorangegangenen Winter waren es 5,7 Millionen Aufrufe gewesen (2023/24: ca. 5 Mio.).

Hohe Unfallstatistik

Am Samstag, 2. Mai (17 Uhr), erscheint der letzte Report dieser Saison als Prognose für den 3. Mai. Mit 40 Todesopfern und 34 Verletzten bei 62 Lawinenereignissen fällt auch die Unfallstatistik überdurchschnittlich hoch aus. Hauptgrund dafür war das überwiegend schwache Schneedeckenfundament mit punktuell starken Schneefällen.

Für den Euregio-Präsidenten, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle zeigen die Zugriffszahlen, „wie wichtig verlässliche, aktuelle und verständlich aufbereitete Informationen für Touren und Variantenfahrten sind. Der Euregio-Lawinenreport ist ein starkes Beispiel dafür, wie grenzübergreifende Zusammenarbeit die Sicherheit im alpinen Raum stärkt.“

Besonders betroffen mache die hohe Zahl an Todesopfern, sagen die Landeshauptleute Mattle, Arno Kompatscher (Südtirol) und Maurizio Fugatti (Trentino): „Unsere Gedanken sind bei allen Angehörigen.“ Gleichzeitig unterstreichen die Landeshauptleute, wie wichtig die laufende Beobachtung, präzise Einschätzung und breite Kommunikation der Lawinensituation sind. Gemeinsam wolle man die Menschen bestmöglich bei sicheren Entscheidungen im alpinen Gelände unterstützen. Mattle, Kompatscher und Fugatti sind überzeugt, dass damit zahlreiche weitere Unglücke verhindert werden konnten, und setzen auf weitere Maßnahmen, um das Bewusstsein für die Gefahr am Berg durch Information und Weiterbildung zu stärken.

Blog informiert auch außerhalb der Saison

Auch nach dem Ende der täglichen Prognosesaison bleibt das Informationsangebot aufrecht: Sollte es in den schneefreien Monaten zu kritischen Lawinensituationen kommen, werden diese weiterhin über den Blog auf www.lawinen.report/blog veröffentlicht.

red/gst