Euregio-Projekt Digiway macht Bergwandern sicherer

25.06.2026, 13:35

Verlässliche digitale Grundlagen erleichtern Tourenplanung: Mit neuer Ausgesetztheitskarte für Wege in Tirol, Südtirol und Trentino und mit Vergleichstool für unterschiedliche Wegeklassifikationen

Digiway-Projektpräsentation auf der Tiroler Nordkette: (von links) Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler, Projektkoordinatorin Lucia Felbauer, GIS-Experte Christoph Kovacs, Sport-Experte Christoph Höbenreich (alle Land Tirol), Sebastian Mayrgündter (Noi Techpark Bozen) und Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth (Land Tirol) (Foto: Land Tirol/Schallhart)
Digiway-Projektpräsentation auf der Tiroler Nordkette: (von links) Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler, Projektkoordinatorin Lucia Felbauer, GIS-Experte Christoph Kovacs, Sport-Experte Christoph Höbenreich (alle Land Tirol), Sebastian Mayrgündter (Noi Techpark Bozen) und Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth (Land Tirol) (Foto: Land Tirol/Schallhart)

INNSBRUCK (LPA). Wie gefährlich ein Wanderweg ist, ist auf Wanderkarten oft nicht leicht zu erkennen. Eine Neuerung des Euregio-Projekts Digiway schafft Abhilfe: Die erste flächendeckende, digitale Ausgesetztheitskarte für Wanderwege in Tirol, Südtirol und im Trentino zeigt in vier Farbstufen – von grün bis rot –, wie schwerwiegend die Folgen eines Sturzes an einer bestimmten Stelle wären. Grün bedeutet geringe Absturzgefahr. Rot zeigt einen sehr ausgesetzten Weg an, an dem ein Absturz lebensgefährlich sein kann. Potenzielle unmittelbare Absturzbereiche sind über eine zusätzliche pinke Signatur erkennbar. Die frei zugängliche Karte ist in Apps, Webseiten oder Tourenportale integrierbar.

Sie ist eines der Digiway-Produkte, die Bergwandern sicherer machen sollen. Zum Abschluss der zweieinhalbjährigen Projektlaufzeit haben die Tiroler Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth und Josef Geisler gemeinsam mit Fachleuten am 25. Juni auf der Seegrube (Nordkette) oberhalb von Innsbruck die wesentlichen Ergebnisse vorgestellt. Die Gesamtkosten von rund 700.000 Euro wurden dank Interreg-Förderungen zu 90 Prozent mit EU-Mitteln finanziert.

Vergleichbare Wegeklassifikation

Mit einem neuen, digitalen Vergleichstool geht Digiway ein weiteres Problem im Alpenraum an: Wer grenzüberschreitend wandert, stößt auf unterschiedliche Wegeklassifikationen. Was in Tirol „rot" ist, kann im Trentino „E“ sein. In der Schweiz gibt es zwei Systeme, eines davon in sechsstufiger Einteilung. Eine transparente, nachvollziehbare Vergleichbarkeit fehlte bisher. Für Wanderinnen und Wanderer kann das verwirrend, bei Fehleinschätzung einer Tour im schlimmsten Fall sogar gefährlich sein.

Digiway hat nun erstmals alle gängigen Wegeklassifikationssysteme in der Euregio und darüber hinaus systematisch analysiert und verglichen. Auf Deutsch, Italienisch und Englisch zeigt das Vergleichstool auf einen Blick, was die unterschiedlichen Einstufungen bedeuten. Es kann in externe Webseiten integriert werden.

Amtliche Wegedaten gebündelt

Als eine weitere Grundlage schließlich schafft Digiway die Voraussetzungen, um erstmals die bestehenden amtlichen Wegedaten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino zusammenzuführen. Eine eigens entwickelte Software harmonisiert die unterschiedlichen regionalen Datensätze automatisch. Die Daten werden öffentlich bereitgestellt und über den Open Data Hub des NOI Techpark zusätzlich verbreitet – kostenlos und für alle nutzbar.

red/gst

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