Südtirol und Steiermark im Dialog über Zukunftsfragen

04.11.2026, 14:40

Autonomie, Energie- und Klimapolitik im Mittelpunkt des Treffens am 4. November – 14-köpfige Delegation des steiermärkischen Landtags noch bis Freitag in Südtirol

Landeshauptmann Arno Kompatscher und der steiermärkische Landtagspräsident Gerald Deutschmann: Ihre Länder verbinden langjährige Kontakte und gemeinsame Kooperationsprojekte. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Landeshauptmann Arno Kompatscher und der steiermärkische Landtagspräsident Gerald Deutschmann: Ihre Länder verbinden langjährige Kontakte und gemeinsame Kooperationsprojekte. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). Wie gelingt das Zusammenleben verschiedener Sprachen und Kulturen? Wie lässt sich die Energiewende vorantreiben? Diese und weitere Themen standen im Mittelpunkt des Empfangs von Landeshauptmann Arno Kompatscher einer Delegation des steiermärkischen Landtags am 4. November im Sitzungssaal der Landesregierung im Palais Widmann. Die 14-köpfige Gruppe um Landtagspräsident Gerald Deutschmann umfasst 7 Landtagsabgeordnete sowie Mitglieder der Landtagsdirektion. Zuvor hatten die Gäste den Südtiroler Landtag besucht.

"Unsere Länder verbindet sehr viel", sagte Landeshauptmann Kompatscher und verwies auf seine Besuche in der Steiermark und gemeinsam begleitete Kooperationsprojekte. Gerald Deutschmann, von Beruf Architekt und seit Dezember 2024 Präsident des steiermärkischen Landtags, bezeichnete die gegenseitigen Besuche als gelebte Tradition: Im Vorjahr war eine Südtiroler Delegation in der Steiermark zu Gast, Gemeinsamkeiten gebe es auch landschaftlich, "vom Gletscher bis zum Weinbaugebiet".

Bei seinen Ausführungen über das Zusammenleben der Sprachgruppen erläuterte der Landeshauptmann zentrale Schutzinstrumente der Südtiroler Autonomie: den Zwei- und Dreisprachigkeitsnachweis, die Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung, den Proporz. "Diese Autonomie wird ständig weitergebaut", betonte er. Klare Regeln seien die beste Grundlage, um aufeinander zuzugehen. Zugleich bringe die Zuwanderung neue Herausforderungen mit sich. Der Landeshauptmann erinnerte zudem an die Feier zu 80 Jahren Pariser Vertrag am Tag der Autonomie am 5. September mit der Teilnahme der Staatsoberhäupter Italiens und Österreichs.

Ein weiterer Schwerpunkt während des Delegationsbesuchs war die Energie- und Klimapolitik. Südtirol setzt auf Wasserkraft, Photovoltaik, Geothermie, Biomasse und Fernwärme. Der Klimaplan Südtirol 2040 gibt das Ziel vor: Klimaneutralität bis 2040. Dafür müsse die Umsetzung beschleunigt, der Energieverbrauch gesenkt werden, erklärte Kompatscher. Zur Sprache kamen zudem der öffentliche Nahverkehr und die Europaregion. Bei seinem Kurzbericht über den Landeshaushalt hob der Landeshauptmann die Stärkung der Kaufkraft und der Sozialleistungen als zentrale Schwerpunkte hervor.

Die Delegation bleibt bis Freitag, 6. November, in Südtirol.

mac